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Ansichten der Kordilleren

Und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas

Diese große Erzählung zeigt Humboldt auf der Höhe seiner Möglichkeiten als Entdeckungsreisender, Naturwissenschaftler, Historiker und Anthropologe. Sie umfaßt nicht nur die Landschaften und die Pflanzenwelt Lateinamerikas, sondern auch Rituale und Menschenopfer, Mythen und Kalendersysteme, Schmuck und Kleidung, Architektur und Kunst, Eroberungszüge und Völkerwanderungen sowie die Grausamkeiten der Spanier und die Vernichtung der indigenen Reiche.

Verlag Eichborn
ISBN 9783821845388
2004
herausgegeben von Ottmar Ette, herausgegeben von Oliver Lubrich, übersetzt von Claudia Kalscheuer
450 Seiten. 1. 1., Aufl.. Hardcover.
69,00 €
lieferbar innerhalb von 2 Werktagen
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Über den Artikel

Diese große Erzählung zeigt Humboldt auf der Höhe seiner Möglichkeiten als Entdeckungsreisender, Naturwissenschaftler, Historiker und Anthropologe. Sie umfaßt nicht nur die Landschaften und die Pflanzenwelt Lateinamerikas, sondern auch Rituale und Menschenopfer, Mythen und Kalendersysteme, Schmuck und Kleidung, Architektur und Kunst, Eroberungszüge und Völkerwanderungen sowie die Grausamkeiten der Spanier und die Vernichtung der indigenen Reiche.

Humboldts Werk sprengt die Grenzen und die Perspektiven jeder Einzeldisziplin. Als einer der ersten hat er erkannt, daß die altamerikanischen Kulturen ebenso zum Erbe der Menschheit gehören wie die der Ägypter, der Inder, der Griechen und der Römer. Mit seiner sprachlichen Originalität und dem Reichtum seiner Illustrationen lädt dieser Band zum Besuch eines imaginären Museums ein, in dem Bilder und Texte einander beleuchten. Humboldts Ansichten gehen nicht nur die Wissenschaft an. Jeder, der Lateinamerika kennt und liebt, wird hier auf seine Kosten kommen.

»Im Königreich Neu-Granada, von 2 Grad 30. bis 5 Grad . nördlicher Breite, ist die Kordillere der Anden in drei parallele Ketten geteilt, von denen nur die beiden seitlichen in sehr hohen Lagen mit Sandstein und anderen sekundären Formationen bedeckt sind. Die östliche Kette trennt das Tal des Magdalenen-Flusses von den Ebenen des Rio Meta. Auf ihrem westlichen Abhang befinden sich die natürlichen Brücken von Icononzo. Ihre höchsten Gipfel sind der Paramo von Sumapaz und der von Chingasa. Von ihnen erhebt sich keiner bis in die Region des ewigen Schnees. Die Zentralkette scheidet die Gewässer zwischen dem Becken des Magdalenen-Flusses und dem des Rio Cauca. Sie erreicht oft die Grenze des ewigen Schnees; mit den kolossalen Gipfeln des Guanacas, des Barragan und des Quindio übersteigtsie diese bei weitem. Bei Sonnenaufgang und -untergang bietet die Zentralkette den Bewohnern von Santa Fe ein herrliches Schauspiel; sie erinnert, in weit imposanteren Dimensionen, an den Anblick der Schweizer Alpen. Die westliche Kette der Anden trennt das Cauca-Tal von der Provinz Choco und den Küsten der Südsee. Ihre Höhe beträgt kaum fünfzehnhundert Meter; zwischenden Quellen des Rio Atrato und denen des Rio San Juan senkt sie sich soweit, daß es schwierig ist, ihre Verlängerung zur Landenge von Panama hin zuverfolgen. Diese drei Gebirgsketten verschmelzen im Norden bei  - 7 Grad nördlicher Breite. Südlich von Popayan, in der Provinz Pasto, bilden sie ein einziges Massiv. Im übrigen darf man sie nicht mit der von Bouguer und La Condamine beobachteten Teilung der Kordilleren im Königreich Quito verwechseln, vom Äquator bis zu 2 Grad südlicher Breite ...«

 

Prof. Ottmar Ette, geboren 1956, ist Inhaber des Lehrstuhls für Romanische Literaturwissenschaft (Französisch/Spanisch) an der Universität Potsdam. Zahlreiche Veröffentlichungen zur lateinamerikanischen Literatur.

über die Autoren
Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt (1769–1859), der Weitgereiste, vernetzte und erweiterte die wissenschaftliche Welt auf einzigartige Weise und wurde vor allem mit der Veröffentlichung von Ansichten der Natur und des Kosmos bekannt. In der Anderen Bibliothek sind von ihm Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas (als...

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Ottmar Ette

Ottmar Ette ist Professor für Romanistik an der Universität Potsdam und gehört zu den führenden Experten zu Humboldts Werk. Er leitete das Forschungsprojekt zur Auswertung von Humboldts Amerikanischen Reisetagebüchern.

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Oliver Lubrich

Oliver Lubrich ist Juniorprofessor für Rhetorik an der Freien Universität Berlin und unterrichtet dort Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft. Seine Forschungsfelder reichen von Shakespeare bis zu Berichten ausländischer Schriftsteller aus dem Dritten Reich. Er ist u.a. Mitherausgeber von Humboldts ›Ansichten der Kordilleren‹...

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