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Rund um das Große Tribunal

Das erste Mal war Peter Handke im März 1998 für einige Tage als Besucher des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, und vier Jahre später reiste er zum Prozess gegen Slobodan Milosevic erneut dorthin, gleich in den ersten Tagen nach der Eröffnung und fast ein halbes Jahr danach, als die Zahl der anwesenden Journalisten und Kamerateams deutlich geschrumpft war. Doch sieht Handke sich nicht als Prozessberichterstatter ; er setzt auf den genauen Augenschein, auf die Wirklichkeit hinter den Bildern, auf das Erzählen: von Prozesszeugen, die zufällig im selben Hotel wohnen, von den muslimischen Albanern aus Racak etwa oder vom serbischen Forstarbeiter, der plötzlich den hundertmal begangenen Forstweg nicht wiedererkennt. Nicht ums Urteilen geht es Peter Handke, sondern um das Wegfallen oder Wegdenken eines Vorurteils , das das tiefste Gefühl von Befreiung schafft.

Verlag Suhrkamp
ISBN 9783518067031
2003

2. Auflage . 2003 . 70 Seiten. 20 x 11.9 cm . Paperback . edition suhrkamp .

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Über den Artikel

Das erste Mal war Peter Handke im März 1998 für einige Tage als Besucher des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, und vier Jahre später reiste er zum Prozess gegen Slobodan Milosevic erneut dorthin, gleich in den ersten Tagen nach der Eröffnung und fast ein halbes Jahr danach, als die Zahl der anwesenden Journalisten und Kamerateams deutlich geschrumpft war. Doch sieht Handke sich nicht als Prozessberichterstatter ; er setzt auf den genauen Augenschein, auf die Wirklichkeit hinter den Bildern, auf das Erzählen: von Prozesszeugen, die zufällig im selben Hotel wohnen, von den muslimischen Albanern aus Racak etwa oder vom serbischen Forstarbeiter, der plötzlich den hundertmal begangenen Forstweg nicht wiedererkennt. Nicht ums Urteilen geht es Peter Handke, sondern um das Wegfallen oder Wegdenken eines Vorurteils , das das tiefste Gefühl von Befreiung schafft.

Autorenportrait:
Peter Handke, geb. am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten). Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht er das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann. Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfasst. Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen. Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten 'Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweis

über die Autoren
Peter Handke

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat....

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