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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

8 Bände

Die große Neuübersetzung von Bernd-Jürgen Fischer

Verlag Reclam, Ditzingen
ISBN 9783150109ABO
2013

Übersetzung: Bernd-Jürgen Fischer
2013-2017
8 Bände
Format: 12 x 19 cm
Gebunden mit Lesebändchen
komplett lieferbar

Sofort lieferbar
Über den Artikel

Im November 1913 erschien mit »Du côté de chez Swann« in Paris der erste Band von Marcel Prousts großem Romanwerk »À la recherche du temps perdu«. 100 Jahre danach beginnt bei Reclam eine neue Übersetzung des Romanzyklus zu erscheinen, die erste deutsche Übersetzung dieses Jahrhundertwerks aus einer Hand, die ganz auf der Grundlage des definitiven französischen Textes erfolgt.

Die Ausgabe ist komplett erscheinen.

Editionsplan

Bereits erschienen:

  • Band 1: Auf dem Weg zu Swann
  • Band 2: Im Schatten junger Mädchenblüte
  • Band 3: Der Weg nach Guermantes
  • Band 4: Sodom und Gomorrha
  • Band 5: Die Gefangene
  • Band 6: Die Flüchtige
  • Band 7: Die wiedergefundene Zeit
  • Band 8: Proust-ABC

Warum mit hundertjährigem Abstand Proust neu übersetzen, von Grund auf und kommentiert?

Bis tief ins 20. Jahrhundert wurde die Suche als ein Sittengemälde der Belle Époque gelesen, als ein Schlüsselroman der frivolen Pariser Oberschicht der vorletzten Jahrhundertwende. Diese Auffassung liegt auch der bisher einzigen deutschen Gesamtübersetzung von Eva Rechel-Mertens zugrunde, die von 1953 bis 1957 erschien (und 1994–2002 von Luzius Keller revidiert wurde).
Aus heutiger Sicht geht es jedoch um Tieferliegendes, um die unaufhebbare Einbindung des Individuums in die Gesellschaft und seine Abhängigkeit von deren Entwicklung. Dabei gibt Proust das Wirken auch der unmerklichsten Einflüsse auf der Ebene des Unter- oder Unbewussten zu erkennen. Das erfordert einen ganz neuen Blick auf den Text, der sich nun plötzlich als gekonnt gehandhabtes Instrument entpuppt, den Leser dazu zu bewegen, eben das zu tun, wovon der Text spricht: in sich selbst zu lesen und sich als einen einzigartigen Organismus zu begreifen. Das Selbst als gotische Kathedrale (Prousts Vergleich!).
Unter diesem Gesichtspunkt muss eine zeitgemäße Übersetzung moderne Hilfsmittel der Textanalyse anwenden. Sie muss davon ausgehen, dass Proust sich gern in Etymologien verliert und über das Wirken der Zeit auf die Sprache nachdenkt. Dass er seine Wörter nicht setzt, ohne sich über deren historischen und assoziativen Hintergrund im Klaren zu sein. Aus diesem Grund ist die Übersetzung neben den notwendigen Texterläuterungen mit einem Anmerkungsapparat ausgestattet, der jene historischen und kulturhistorischen Informationen enthält, die der moderne Leser erwartet.
Bernd-Jürgen Fischer war nach dem Studium von Mathematik und Linguistik elf Jahre am Germanistischen Fachbereich der Freien Universität Berlin in Forschung und Lehre beschäftigt. Als freier Autor befasste er sich anschließend eingehend mit Thomas Mann und veröffentlichte ein Handbuch zu dessen Josephsromanen. In den letzten zehn Jahren wendete Fischer sein Interesse vorwiegend der französischen Literatur zu und konnte schließlich der Herausforderung nicht widerstehen, die Proust für jeden Sprachliebhaber darstellen dürfte.
2002 hat er für DTV das zweisprachige Proust-Lesebuch »Trois places, trois femmes, trois metiers« herausgegeben. Die Neue Zürcher Zeitung schrieb damals: »Hoffentlich findet Bernd-Jürgen Fischer den Mut zu einer neuen Übertragung des ganzen Werks (wenn er ihn nicht schon hat).«