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Eine Revolutionsballade

Mexico 1914

Mein sehr verehrter und geschätzter Herr! Sollten Sie es wagen, die Stadt Ojinaga zu betreten, so werde ich Sie mit dem Gesicht an die Wand stellen lassen, und es wird mir persönlich ein großes Vergnügen sein, Furchen in Ihren Rücken zu schießen, schreibt dem Verfasser ein mexikanischer General. "Dennoch", sagt der Reporter, " ging ich eines Tages durch den Fluß und stieg zur Stadt hinauf."

Verlag Eichborn
ISBN 9783821845609
2005

1. 1., Aufl. . Erscheinungsdatum: 23.06.2005 . 354 Seiten. Hardcover . Die Andere Bibliothek .

Hardcover

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Über den Artikel
  • Mit e. biograph. Notiz u. e. Nachw. v. Hans Chr. Buch.
  • Aus d. amerikan. Engl. v. Ernst Adler u. Matthias Fienbork.
  • Bd. 247. 2005 
  • Limitierte und numerierte Vorzugsausgabe
  • Gebundene Originalausgabe
  • 349 Seiten m. Illustr. v. jose G. Posada

Mein verehrter und geschätzter Herr! Sollten Sie es wagen, die Stadt Ojinaga zu betreten, so werde ich Sie mit dem Gesicht an die Wand stellen lassen, und es wird mir persönlich ein großes Vergnügen sein, Furchen in Ihren Rücken zu schießen, schreibt dem Verfasser ein mexikanischer General. "Dennoch", sagt der Reporter, " ging ich eines Tages durch den Fluß und stieg zur Stadt hinauf." So beginnt John Reeds Bericht von einer Revolution, an die sich in Europa kaum noch jemand erinnert. Der 27jährige ahnungslose Amerikaner stürzt sich in die ersten Scharmützel eines blutigen, wirren, grausamen Bürgerkriegs, der zehn Jahre dauern sollte. Er hat kein revolutionäres Heldenepos geschrieben, sondern die Chronik eines tragikomischen Tohuwabohus, voller Sympathie mit den Kämpfern, Opfern und Randfiguren des Aufruhrs. Sein unbefangener Blick, sein Mut, sein balladesker Stil und sein Humor bringen dem Leser eine ferne Welt näher, als es die faktenreichste Historiographie vermag.  John Reed ist einer der wenigen Reporter, denen ein langer Nachruhm beschieden war. Aber dieses Renommee beruht auf einem einzigen Buch: Zehn Tage, die die Welt erschütterten (1919). Diese ziemlich linientreue Schilderung der Oktoberrevolution hat ihn zu einem Idol der Kommunisten gemacht. Um so mehr überrascht die Frische seines Mexico-Berichtes, der sich keinen Deut um ideologische Fragen schert, sondern hautnah beim ungeheuren Alltag bleibt.  John Reed, geboren und aufgewachsen in New York, studierte an der Columbia University und schloss mit einem MFA in Creative Writing ab. John Reed lebt in Manhattan in der Nähe des Ground Zero.

über die Autoren