0 0 0
Artikel 11 von 11

Hannah Höch »Mir die Welt geweitet«

Das Adressbuch

Hannah Höchs Adressbuch ist ein Kuriosum. Angelegt schon 1917, weitergeführt und immer wieder durch zusätzliche Seiten ergänzt bis zu ihrem Tod 1978, enthält es weit über tausend Namen. Es entpuppt sich als wahre Fundgrube: künstlerische Freundschaften, riskante Biographien und verrückte Verbindungen werden sichtbar.

Verlag Transit
ISBN 9783887473648
2018
herausgegeben von Harald Neckelmann
21 x 15 cm. 320 Seiten. 1. Originalauflage. Hardcover.
lieferbar innerhalb von 2 Werktagen
Über den Artikel

Hannah Höch wurde 1889 in Gotha geboren. Gegen den Willen ihrer Eltern begann sie 1912 ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Berlin.
Seit 1915 enge Verbindung zu Künstlern aus dem Umkreis von Herwarth Waldens Galerie »Der Sturm«, besonders zu Raoul Hausmann. 1916 beginnt sie als eine der ersten mit Fotocollagen und -montagen. Seit 1917 Teil der Berliner Dada-Bewegung und Mitglied der »Novembergruppe«, die Kunst als Motor der gesell-
schaftlichen Aufbruchstimmung nach dem Ersten Weltkrieg begriff. 1926-1929 lebte sie mit der Schriftstellerin Til Brugman in Holland, seit 1929 wieder in Berlin. Ihre erste große Ausstel­lung im Bauhaus Des­sau wird 1932, kurz vor der Eröffnung, von der nationalsozialistischen Regierung Thüringens verhindert.
Nach der Trennung von Brugman zieht sie mit Kurt Matthies, den sie beim Bergsteigen kennengelernt und inzwischen geheiratet hatte, 1939 in ein ehemaliges  Flugwärterhäuschen in Berlin-Heiligensee. Die Ehe wurde 1944 wieder geschieden. Während ihrer Inneren Emigration (die Nazis hatten sie zur »Kulturbolschewistin« geadelt) lebte und arbeitete sie nach 1933 in völliger Isolation. Nach 1945 wieder Ausstellungen in Berliner Galerien, Neu- und Wiederentdeckung als Malerin durch internationale Ausstellungen. Sie stirbt im Mai 1978 in Berlin.

über die Autoren