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Der Sozialismus und die Seele des Menschen

Drei Essays

Anders als der Titel vermuten lässt, tritt Oscar Wilde (1854 - 1900) in seinem berühmten, 1891 veröffentlichten Essay »Der Sozialismus und die Seele des Menschen« nicht primär für die Veränderung der sozialen Verhältnisse ein, sondern entwirft das Idealbild unbedingter Individualität und künstlerischer Kreativität im Gegensatz zur Klassengesellschaft seiner Epoche. Der kurz nach seiner Haftentlassung an den Herausgeber einer Zeitung gerichtete Brief aus dem Zuchthaus zu Reading schildert den unmenschlichen Strafvollzug der damaligen Zeit, im Ästhetischen Manifest, ursprünglich das Vorwort zu einem Gedichtband, legt Wilde seine Kunstauffassung dar.

ISBN 9783862676538
1970
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Über den Artikel

Anders als der Titel vermuten lässt, tritt Oscar Wilde (1854 - 1900) in seinem berühmten, 1891 veröffentlichten Essay »Der Sozialismus und die Seele des Menschen« nicht primär für die Veränderung der sozialen Verhältnisse ein, sondern entwirft das Idealbild unbedingter Individualität und künstlerischer Kreativität im Gegensatz zur Klassengesellschaft seiner Epoche. Der kurz nach seiner Haftentlassung an den Herausgeber einer Zeitung gerichtete Brief aus dem Zuchthaus zu Reading schildert den unmenschlichen Strafvollzug der damaligen Zeit, im Ästhetischen Manifest, ursprünglich das Vorwort zu einem Gedichtband, legt Wilde seine Kunstauffassung dar.

 

Oscar Wilde, geb. 1854 in Dublin, studierte erst am Trinity College in Dublin, dann in Oxford, wo er sich mehr und mehr einem Ästhetizismus zuwandte, den er nicht nur in der Kunst, sondern auch im Leben zum Maß aller Dinge machte. 1884 heiratete er in London; zwei Söhne wurden geboren. In den folgenden Jahren entfremdete er sich zunehmend von seiner Frau und wurde sich wohl seiner homoerotischen Neigungen deutlicher bewusst. Gleichzeitig nahm sein Ruhm stetig zu; in rascher Folge entstanden Essays, sein einziger Roman »Das Bildnis des Dorian Gray«, die Märchen, Erzählungen und mehrere Theaterstücke. 1895 wurde er wegen seiner Liebesbeziehung zum jungen Lord Alfred Douglas in einen Prozess mit dessen Vater verwickelt, der ihm zum Verhängnis wurde: Wilde wurde zu Zwangsarbeit verurteilt und war nun gesellschaftlich, aber auch künstlerisch erledigt. 1897 aus seiner Einzelzelle entlassen, floh er nach Frankreich, unternahm noch einige Reisen und starb 1900 resigniert in Paris.