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Von sich selbst wissen

Dieter Henrich erzählt über Erinnerung und Dankbarkeit

Dieter Henrich erzählt über Erinnerung und Dankbarkeit

Verlag supposé
ISBN 978-3-86385-200-9
2020

1. Auflage . 2020 . 13,0 x 13,0 cm . Audio-CD .

Audio-CD

lieferbar innerhalb von 2 Werktagen
Über den Artikel

"In allem Wissen, auch im selbstvergessenen, im Schaffen wie im Betrachten, im Streit und in der Liebe, sind die gegenwärtig, die von sich selbst wissen."
Auf "Von sich selbst wissen", seinem wohl persönlichsten Dokument, gerät Dieter Henrich aus dem Gespräch heraus ins Erzählen, wie auch ins spontane Philosophieren. Im Medium seiner Stimme verlässt er die Strenge seiner Begründungen in der Philosophie und schlägt den Bogen von seinen weltweit beachteten Forschungen und Konzeptionen zu seiner Kindheit in der Weimarer Republik und seiner Jugend bis 1945. In der Erzählung einiger prägender und dramatischer Erlebnisse jener Zeit tritt etwas von den Motiven hervor, die Menschen in das Philosophieren hineinziehen und die eine der Wurzeln der kulturellen Bedeutung der Philosophie ausmachen. Er lässt nachvollziehen, warum alle Menschen im Ansatz von philosophischen Fragen bewegt sind – und wie dann der Alltag mit Metaphern für die Philosophie als solche aufwartet, bevor irgendein Bildungswissen von ihr die Menschen berührt hat. Philosophie als Disziplin – das ist für Dieter Henrich dann auch eine architektonische Kunst der Zuordnung von „riesigen Dimensionen des Nachfragens“, vergleichbar den Entwürfen jener Straßenbahnsysteme, die ihn schon als Kind faszinierten. Nie den Erfahrungen im Menschenleben samt seinen Verwirrungen und Ambivalenzen fern, richtet er den philosophischen Blick auf die eigenen Lebensprobleme und Krisenerfahrungen in einer Weise, die um eine allgemein zu begründende Tiefenanalyse bemüht ist. So blitzen in dem, was er in bildkräftiger Sprache erzählt, immer wieder Glanzlichter von Durchblicken und Perspektiven auf, die seiner philosophischen Besinnung entstammen. Ein langer Krankenhausaufenthalt in sehr jungen Jahren versetzte ihn bereits in den Konflikt zwischen der Möglichkeit der Nichtigkeit von allem, was verlässlich und bedeutsam schien – eine Frühgestalt von Nihilismus, gegen den sich die heimatliche Glückserfahrung im Leben mit den Eltern zu behaupten hatte. So sieht Henrich eine Verwandtschaft zwischen Philosophie und Religion, als deren Schnittstelle seine Gedanken zur Dankbarkeit gelten dürfen. Eine andere seiner Thesen, dass nämlich alle Menschen philosophieren, ist er abschliessend bereit, auf persönlichste Weise zu erweitern: Es gibt keinen guten Philosophen ohne eine Verletzung, die zu einer bewegenden Kraft auf seinem Weg geworden ist.CD1: 01 Dem Menschen eigentümlich * 02 Philosophie als Architektur * 03 Elternliebe und Existenzangst * 04 Vorbild Platon * 05 Hebammenkunst * 06 Vergegenwärtigung des Nihilismus * 07 Erinnerung und Dankbarkeit * 08 Sammlung des Lebens *
09 Kindererinnerungen * 10 Erinnerungen mit Lebensbedeutung * 11 Die Zeit läuft rund ab (Nietzsche) * 12 In Gottes Namen (Leibniz) * 13 Ewigkeit * 14 Nie wieder so schön * 15 Bei sich selber sein * 16 Grundevidenzen *** CD2: 01 Ein schönes Alter * 02 Alltagsdenken * 03 Interpersonalität * 04 Im Dritten Reich: Permanente Herausforderung * 05 Kommandant *
06 Geballte Krisenerfahrung * 07 Der Lehrer als Fackelträger * 08 Im Moment entstanden * 09 Endlichkeit und darüber hinaus * 10 Noch immer auf dem Wege * 11 Vollendung im Mitsein

über die Autoren
Alexandru Bulucz

Alexandru Bulucz, geboren 1987 im rumänischen Alba Iulia, wo er seine ersten 13 Jahre verbrachte, studierte Germanistik und Komparatistik in Frankfurt am Main. Er ist Lyriker, Herausgeber, Übersetzer und Kritiker. Sein Lyrikdebüt »Aus sein auf uns« erschien 2016. Für Gedichte aus »was Petersilie über die Seele weiß« erhielt er 2019 den...

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Dieter Henrich

Dieter Henrich, geboren 1927 in Marburg, studierte in Marburg, Frankfurt und Heidelberg Philosophie. Lehrtätigkeiten als ordentlicher Professor in Berlin und Heidelberg, Gastprofessuren in den USA; 1981 Berufung an die Universität in München, Ordinarius für Philosophie bis zur Emeritierung 1994. Er lebt in München.

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Klaus Sander

Professor Dr. Peter Berthold, geboren 1939, ist emeritierter Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie, der Vogelwarte Radolfzell. * Klaus Sander, geboren 1968, ist Regisseur und Produzent. Mit seiner Edition supposé widmet er sich seit 1996 der Entwicklung und Etablierung einer eigenständigen Kunst- und Publikationsform für das...

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Auszeichnungen